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Notfelle

Feldhasen – Aufzucht und Auswilderung

 

Aufzucht FeldhasenIm März diesen Jahres kamen zwei junge Feldhasen zu uns. Nach unseren Informationen waren die beiden von Krähen attackiert und deshalb mitgenommen worden. Ob dies tatsächlich so war, können wir nicht nachvollziehen. Beide Hasen waren offensichtlich gesund und ohne Verletzungen.

Auch wenn es vielen Lesern schon aus den Ohren kommt, möchten wir hier noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass junge Feldhasen, die in einer Mulde auf dem Feld oder unter Büschen sitzen, meist keine Hilfe benötigen. Anders ist es natürlich, wenn sie verletzt oder in Gefahr sind. Dennoch empfiehlt es sich die Tiere zunächst zu beobachten um die Situation genau einschätzen zu können. Wer sich nicht sicher ist, kann sich gern an uns wenden. Keinesfalls sollten die Tiere einfach mitgenommen werden!!!

Aber zurück zu unseren beiden Hasenkindern…

Aufzucht Feldhasen

 

 

Mit rund 100 Gramm hatten die Hasen gerade einmal Geburtsgewicht und waren nicht älter als einen Tag. Uns war klar, dass die Überlebenschance der Kleinen ohne ihre Mutter nicht gut ist. Dennoch nahmen wir uns der Hasenbabys an und taten alles, damit die Kleinen überleben.

Die Aufzuchtmilch wurde nur zögerlich angenommen. Am Aufnahmetag lief viel Milch aus den Mäulchen wieder heraus. Die damit verbundene Gewichtsabnahme machte uns ernthaft Sorgen.

Wir fütterten daraufhin öfter kleine Mengen um zu vermeiden, dass die Häschen zu viel Gewicht verloren. Der Plan ging auf und so langsam freundeten sie sich mit der Flasche an.

 

Aufzucht Feldhasen

 

 

Am nächsten Tag klappte die Fütterung der kleinen Hasen schon viel besser. Die Umgewöhnung an die Aufzuchtmilch war erfolgreich und von da an nahmen sie stetig an Gewicht zu. Bei jeder Fütterung wurden die Tiere gewogen, das Gewicht notiert und damit das Wachstum kontinuierlich überprüft.

Zu unserem Erstaunen wurde die Aufzuchtmilch sehr gut vertragen. Wir hatten keinerlei Probleme mit Durchfall oder ähnlichem. Die Zwerge bekamen zusätzlich zur Milch Futterzusätze, die die Verdauung regulieren und damit die Aufnahme der Nahrung optimieren sollten. Diese Zusätze erhielten wir in der Tierarztpraxis Beinrucker in Cainsdorf, bei der wir uns hiermit auch nochmals ausdrücklich für die Unterstützung bedanken möchten.

 

 

 

Die Hasen wuchsen recht schnell und nach reichlich zwei Wochen zeigte sich schon der typische, längliche Hasenschädel und auch die Ohren wurden immer länger. Jetzt war es Zeit einmal nach dem Geschlecht zu schauen. Die Hasen waren zu dieser Zeit noch recht leicht zu händeln, weshalb uns die Geschlechtbestimmung nicht schwer fiel – es war ein Bock und eine Häsin. Beide wurden immer frecher und waren ganz gierig nach der Aufzuchtmilch. Wenn wir nicht schnell genug die Flasche nachfüllten, wurde auch schon mal ungeduldig am Finger geknabbert oder an der Hand gestubst.

 

 

Es dauerte nicht lange und die Hasen wurden zu groß für die Box. Da auf unserer Pflegestelle noch ein Außenstall frei war, durften die Kleinen dorthin umziehen. Der Stall bot genug Platz um darin zu toben und zu spielen. Immer öfter knabberten die Hasen am Grünfutter und den anbgebotenen getrockneten Kräutern. Als sie 500 Gramm erreicht hatten, reduzierten wir die Aufzuchtmilch Stück für Stück. So erreichten wir, dass die jungen Hasen immer mehr Grünfutter aufnahmen.

Aufzucht Feldhasen

Aufzucht Feldhasen

 

Am 11.05.2018 war es dann endlich soweit. Beide Hasen hatten inzwischen ein Gewicht von über 1000 Gramm und konnten ausgewildert werden. Natürlich wurden die  beiden vorher auf die Auswilderung vorbereitet.

Inzwischen hatten wir sie schon von der Hand entwöhnt und es war recht schwierig sie in die Box zu bekommen. Hasen ergreifen bei Gefahr die Flucht. Da sie in einem Stall nicht wegrennen können, springen sie wie verrückt darin herum und die Gefahr ist groß, dass sie sich dabei verletzen. Es war also Vorsicht geboten, denn wir wollten ja nicht, dass den beiden noch am Tag der Auswilderung etwas passiert.

Uns fiel ein Stein vom Herzen als sie endlich in der Box saßen. Wir fuhren mit ihnen hinaus in den Wald, abseits menschlicher Zivilisation und wilderten sie am Waldrand aus. Dort gab es reichlich Unterholz, in dem sie sich verstecken konnten und einen kleinen Bach. Ringsherum gab es nichts anderes als Wald, Wiesen und Felder – ein wahres Hasenparadies. Wir öffneten die Transportbox und entließen die jungen Hasen in ein hoffentlich langes und glückliches Leben.